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Spirits of the Emscher Valley

Studio Orta

Ursprünglich war »Spirits of the Emscher Valley« für die Emscherkunst 2016 als eine Art Parcours aus drei Skulpturen angelegt. Die »Geister des Emschertals« bestanden aus den beiden Arbeiten »Vogelfrau« und »Totem mit Elster«, die während der Ausstellung am südlichen Ufer des Phoenix-Sees in Dortmund-Hörde installiert waren und danach an den Emscher-Weg auf die andere Seite des Sees versetzt wurden. Eine dritte Skulptur »Beobachter (Oraculum)« befand sich auf dem Gelände der Kokerei Hansa in Dortmund-Huckarde und ist heute nicht mehr erhalten.
Entstanden sind die Werke in einem partizipativen Prozess mit Menschen, die einen persönlichen Bezug zu den Dortmunder Stadtteilen Huckarde und Hörde haben. Die Künstler:innen Lucy und Jorge Orta wollten so dem Geist des neuen Emschertals Gestalt geben. Die Aluminiumskulpturen sind aus den Erzählungen und kollektiven Erinnerungen der Mitwirkenden und ihrer philosophischen Reflexion entwickelt worden. Viele der Teilnehmer:innen haben die Zeit der Stahlindustrie auf den Hütten Phoenix-West und Phoenix-Ost, die bis 2001 stillgelegt wurden und das Ende der Dortmunder Schwerindustrie besiegelten, noch aktiv miterlebt. Das Werk Phoenix-Ost wurde abgetragen und nach China exportiert. Auf dem Gelände wurde stattdessen 2011 der Phoenix-See als Naherholungsgebiet und mittlerweile begehrte Wohngegend angelegt.

Zusammen mit den Bewoh­ner:in­nen des Emscher­tals entstanden die bei­den Skulp­tu­ren am Phoe­nix-See und trans­por­tie­ren so den Geist und die Geschichte der Orte, für die sie gemacht sind.

Die »Vogelfrau« zeigt in Anspielung auf den Namen der ehemaligen Stahlhütte und des neuen Sees eine Chimäre zwischen Frau und Vogel, der auf jenen Phönix der griechischen Mythologie verweist. »Wie Phönix aus der Asche« erhebt sich die Vogelfrau und blickt kraftvoll in die Zukunft. Das »Totem mit Elster« setzt sich aus drei Kinderfiguren zusammen, die sich auf den Schultern tragen. Der Jugendliche, der die beiden anderen stemmt, steht dabei auf einem Stück Steinkohle, aus dem ein Diamant herauskragt. Als wertvollste Form des Kohlenstoffs verweist dieser auf die wirtschaftlich bedeutende Vergangenheit. Mit der naturalistischen Formensprache greift das Künstlerkollektiv historische und meist heroisierte Darstellungen von Bergarbeitern auf. Einerseits ist »Spirits of the Emscher Valley« eine Hommage an die Menschen, die in der Montanindustrie arbeiteten, andererseits wird über das Dargestellte ganz bewusst eine neue Generation in den Fokus gestellt.

Adresse
Radweg oberhalb der Brücke über Faßstraße
44263 Dortmund
ÖPNV

Ab Dortmund Hbf mit der U41 (Richtung Clarenberg) bis Haltestelle Willem-van-Vloten-Straße, weiter ca. 300 m zu Fuß.


MATERIAL
Vogelfrau: Aluminium, 150 x 232 x 100 cm
Totem mit Elster: Aluminium, 442 x 148 x 90 cm

Lucy (*1966 in Sutton Coldfied, UK) und Jorge Orta (*1953 in Rosario, Argentinien) arbeiten seit den 1990er Jahren gemeinsam als Künstlerkollektiv. Ihre künstlerische Praxis ist häufig kollaborativ angelegt, dabei fokussieren sie sich auf soziale und ökologische Themen. Sie arbeiten in den unterschiedlichsten Techniken und Medien wie Zeichnung, Malerei, Bildhauerei sowie Fotografie, Modedesign und Film. Ihr Pariser Studio »Les Moulins« fungiert als eine Art Kulturzentrum, in dem sie ein kollektives Umfeld der künstlerischen Forschung und zeitgenössischer Kunstproduktion geschaffen haben.